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Interview mit Florian Pejchar - Teil I (Juni 2001)

Ehemaliger Spieler des SC Langenhagen versucht sein Glück in den USA

  Florian Pejchar beim Interview

Florian Pejchar ging im Juli 2000 ersteinmal für ein Jahr in die USA um dort Basketball zu spielen. Für einen kurzen Heimatbesuch, kam er jetzt für ca. 6 Wochen wieder zurück.

Florian spielte in Florida für die Sarasota Christian High School Basketball, so jedenfalls war es geplant. Doch schon nach kurzer Zeit stellte sich heraus, dass das Schulsportgesetz in den USA, dieses leider nicht zulies. Da Florian erst nach High Schoolbeginn in den USA eintraf, ist es ihm nach dem Sportgesetz in Florida leider nicht erlaubt, in der High School Liga mitzuspielen. Es ist für die Teilnahmeberechtigung erforderlich, am Anfang des Schuljahres anwesend zu sein und da er sein erforderliches Visum erst einige Zeit später als ursprünglich geplant bekam, hatte die High School bereits begonnen.

  Florian Pejchar beim Dunking, hier noch beim Training des SCL

Somit blieb ihm nur die Möglichkeit in einer Freizeitliga in Florida mitzuspielen. In dieser Liga hat er also das vergangene Jahr für das Team von Venice gespielt. Venice ist ein Ort ca. 20 Minuten von Sarasota entfernt. Sarasota (in der Nähe von Tampa, Florida) ist auch der Ort in dem Florian bei einer Familie wohnt und wo er zur Schule geht.

Er hat sich in dieser Liga schnell eingewöhnt und konnte bereits in diesem Jahr an dem All-Star Game in dieser Freizeitliga teilnehmen. Dort spielten die besten Spieler des Sarasota Bezirks gegen die besten aus dem Manatee Bezirk.

Damit Florian seine Basketball Fähigkeiten verbessern kann und dann auch vielleicht die Möglichkeit bekommt, an ein College gehen zu können, wird er von Peter Kovacz betreut, einem erfahrenen NBA-Scout.

Wir haben Florian nun näher nach seinen Erfahrungen gefragt und hier sind seine Antworten:

Wie hast Du Dich so in den USA eingelebt ?

"Am Anfang gab es kleinere Probleme mit der Verständigung, doch nach einer kurzen Zeit klappte es immer besser. Ausserdem hat mir die Familie sehr bei der Eingewöhnung geholfen und mich voll in ihr alltägliches Leben mit einbezogen, somit haben sie mir die Integration erleichtert."

Wie sieht es mit der Schule aus ?

"Da es eine kleine Privatschule ist, kam der Kontakt zu den Mitschülern und Lehrern schnell zustande. Die Schule hat 125 High School Schüler und insgesamt gehen dort 225 Schüler zur Schule. Somit ist es nicht ganz so schwierig mit den anderen in Kontakt zu kommen. Außerdem sind die Amerikaner auch offener gegenüber anderen. Mittlerweile habe ich meinen High School Abschluss gemacht und den SAT Test (Dieser Test berechtigt zur Aufnahme an ein College (Anm. der Red.), habe ich auch bestanden."

  Florian (im Bild links) mit Bastian

Wie sieht dein normaler Tagesablauf aus ?

"Um 07:05 Uhr ist Schulbeginn und um 14:05 Uhr geht es danach gleich nach Hause. Dort werden ersteinmal die Hausaufgaben gemacht. Meistens gehe ich dann mit meinem besten Freund Bastian (er kommt aus Holland), zum Strand. Da auch er ja nicht aus den USA kommt, haben wir uns natürlich sofort gut verstanden. Schliesslich war er ja auch neu hier. Um 18:00 Uhr geht es dann für 2 Stunden zum Basketball Training. Meistens gehen Bastian und ich danach dann noch in den schuleigenen Kraftraum. An den Wochenenden bin ich meistens am Strand und fahre mit Freunden Wasserski oder Jetski."

Welche Unterschiede gibt es zwischen dem deutschen und dem amerikanischen Basketball ?

"Also die US-Amerikaner spielen viel körperbetonter als die Deutschen. Ausserdem pfeifen die Schiedsrichter auch nicht so viel wie in Deutschland. Dazu kommt noch, dass das Training viel härter ist, dort wird auch schon in den Trainingseinheiten der intensive Einsatz des Körpers geübt. Insgesamt spielen die Amerikaner viel engagierter und aggressiver Basketball als in Deutschland."

Was sagst Du dazu, das LA wieder Meister geworden ist ?

"Ich war für die Philadelphia 76ers. Schliesslich war LA ja schon letztes Jahr Meister und es wäre ja auch mal ganz interessant gewesen, wenn der "Underdog" gewinnt."

Wie sieht deine Planung für die Zukunft aus ?

"Ich werde jetzt für ca. 2 Monate hier arbeiten und dann wieder zurück nach Florida gehen. Zur Zeit habe ich 4 Bewerbungen für Colleges an der Ostküste laufen und hoffe natürlich angenommen zu werden. Ich würde sehr gerne Informatik studieren und dann natürlich auch sehr viel Basketball spielen."

USA - Eine gute Erfahrung oder nicht ?

"Also ich kann nur sagen, jeder der die Möglichkeit hat, sollte es einmal ausprobieren. Man kann somit seinen Horizont erweitern und natürlich seine Englisch Kenntnisse verbessern. Und Basketball hat dort natürlich einen ganz anderen Stellenwert als bei uns."


Wir wünschen Florian für die Zukunft alles Gute und bedanken uns für das Interview. Das Interview mit Florian Pejchar führte Bodo Schmidt.

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Zuletzt aktualisiert: 01. Dezember 2007 / 0:00 Uhr

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